Auf der Jahreshauptversammlung des NWV am 22.02.2010 wurde
der neue Arbeitskreis Muschelkrebse (Crustacea, Ostracoda) mit sofortigem
Beginn vorgestellt.
Muschelkrebse haben einen zweiklappigen Panzer und sehen daher auf den ersten
Blick Muscheln ähnlich. Sie sind aber echte Krebse mit 2 Paar Antennen.
Im Süßwasser weisen sie eine Größe zwischen 0,5 und
4 mm auf. 70 % aller Muschelkrebse
bevorzugen ein bestimmtes Habitat. Deshalb sind sie gute Bioindikatoren, z. B.
für eine Versauerung oder eine Eutrophierung eines Gewässers. Der Panzer ist
verkalkt. Das ist eine gute Voraussetzung für eine Fossilisierung.
Im Kalk der Klappen sind geochemische Informationen enthalten, die in der
Paläoklimaforschung neben der Artenzusammensetzung mit ausgewertet werden.
In Bohrkernen werden sie gerne als Leitfossilien untersucht.
In Mitteleuropa gibt es rezent ungefähr 250 Arten, in Deutschland etwas über 100.
Herpetocypris reptans. A, Seitenansicht B, Seitenansicht mit dem Weichkörper,
nachdem die rechte Klappe entfernt wurde C, Dorsalansicht
Ziel des Arbeitskreises ist es, die Muschelkrebse in Bremen und seiner Umgebung zu untersuchen.
Als Arbeitsgeräte werden eine Stereolupe (möglichst bis 40
fache Vergrößerung) und ein
Durchlichtmikroskop (bis ca. 500 fache Vergrößerung) benötigt. Die Tiere werden mit
Insektennadeln präpariert, was mit etwas Übung meist keine Schwierigkeit darstellt.
Zum Glück für uns erschien im Jahr 2000 das Buch von Claude Meisch 'Ostracoda' in der
Reihe “Süßwasserfauna von Mitteleuropa”. Auf rund 520 Seiten werden die
Arten in pädagogisch hervorragender Weise beschrieben. Wegen der Kleinheit der Tiere
hat der Leiter des Arbeitskreises etwa eine Million konservierte Tiere in seiner Wohnung.
- Das Fehlen eines Mikroskops oder einer Stereolupe sollte keinen abschrecken, sich zu melden.
Wahrscheinlich werden wir eine Lösung finden.
Wann und wo sich der Arbeitskreis treffen wird, hängt von der Anzahl der Interessenten
ab und kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht angegeben werden.
Wer an dem Arbeitskreis teilnehmen möchte, soll sich bitte melden bei